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Boßeln

 

Boßeln und Klootschießen – der Volkssport an den Nordseeküsten


Die Landschaft ist platt wie ein Pfannkuchen. Grauer Nebel liegt schwer auf der eintönigen Marsch. Durch die Stille des nasskalten Herbsttages krächzt nur hin und wieder der Schrei einer südwärts ziehenden Rabenkrähe. Wir schreiben das Jahr 5 nach Christi Geburt. Ein langer Heerwurm römischer Legionäre zieht träge und fröstelnd durchs nördliche Germanien, dem Unterlauf des großen Elbstroms zu, wo Friesen und Sachsen ihre Siedlungsgebiete haben.

Irgendwann kam man darauf, Kugeln aus Apfelholz zu verwenden, die man kreuzweise durchbohrte und mit Blei ausgoss, um ihnen das nötige Gewicht zu geben.

 

Feldkampf oder Standkampf

Noch heute stellen die Feldkämpfe der Vereine, Dörfer und Landschaften die Würze des Boßelsports dar und werden überwiegend im Winter ausgetragen. Beim Feldboßeln ziehen zwei Mannschaften quer durch die Landschaft entlang einer vorgegebenen Bahn. Dabei geht es über Wiesen und Äcker, Gräben und Zäune oder einfach am Deichfuß entlang. Das Rollen der Kugel zählt beim Feldboßeln mit, so dass bei hartgefrorenem Boden generell flacher geworfen wird, da die Kugel so besonders weit trüllt nach dem Aufschlag. Der nächste
Werfer einer Mannschaft muss stets dort abwerfen, wo die Kugel seines Vordermannes liegengeblieben ist.


Im Gegensatz zum Feldkampf werden beim Standkampf hier nicht nur die Mannschaftssieger, sondern auch Einzelsieger ermittelt. Beim Standkampf wird von einer Grundlinie aus in einen abgesteckten Wurfsektor geworfen, wobei die Weite vom Abwurf bis zum Aufschlag gemessen wird. Jeder Boßler hat drei oder vier Würfe. Auf alle zwei Jahre stattfindenden Verbandsfesten, an denen stets über 500 Boßelsprtler teilnehmen, werden regelmäßig die schleswig-holsteinischen Mannschafts- und Einzelmeister gekürt. weiterlesen

 

"Boßeln ist eine Liebeserklärung
Was dem Schotten sein Hammer, ist dem Dithmarscher seine Boßelkugel: ein landestypisches Sportgerät. Hammer und Kugel erlauben den Sportlern, ihre Kräf-te in einer - in den Augen von Fremden - kuriosen Disziplin zu messen. Ähnlich der berühmten schottischen Highland-Spiele ist das Verbandsfest der schleswig-holsteinischen Boßler ein großes Volksfest, ein Stück regionaler Geschichte, die hier seit Generationen jedes Jahr aufs Neue gelebt wird."

(Grußwort in der Festschrift zum zum 100. Jubiläum des Mielebunds im Jahr 2009 vom damaligen Kreispräsidenten Kartsen Peters und dem damaligen Landrat Dr. Jörn Klimant)

"Boßeln ist ein Inbegriff für bodenständiges Brauchtum und Tradition. Diese Tradition gilt es fortzusetzen, um ein wichtiges Stück Kultur zu erhalten."

(Grußwort an gleicher Stelle vom damaligen Amtsvorsteher Rudolf Thode und dem damaaigen Amtsdirektor Thomas Rieger)

Weitere Infomrationen finden Sie auch beim Mielebund e.V. "Lüch op!"  oder unter beim Verband Schleswig-Hosteiner Boßler e.V.